Erfahrungswerte für ein Déjà-vu

Maximilian Eggestein über Analogien zwischen 2016 und heute
Maximilian Eggestein hat bereits eine große Krisensituation bewältigt (Foto: nordphoto).
Profis
Dienstag, 25.02.2020 / 15:11 Uhr

Von Philipp Burde

Dass mit dem kommenden Duell gegen Eintracht Frankfurt eine entscheidende Partie auf dem Zettel steht, muss Maximilian Eggestein bereits zum zweiten Mal erleben. Er war es, der im 'Alles-oder-Nichts-Spiel' im Mai 2016 als blutjunger 19-Jähriger in Startelf stand und mit Werder in letzter Minute den Klassenerhalt klarmachte. Knapp vier Jahre später steckt Eggestein als einer der Verbliebenen mit seiner Mannschaft wieder im Abstiegskampf, vergleichen will er die beiden Situationen aber nicht. „Das war damals ein ganz anderes Gefühl. Es war wirklich das letzte Spiel der Saison – ein Finale. Jetzt haben wir noch elf Spiele“, erklärte der 23-Jährige am Dienstagnachmittag in der Mixed-Zone.

Trotzdem erinnert sich Eggestein gerne an jenen Tag im Frühling zurück. Lange hatte er in den Planungen von Cheftrainer Viktor Skripnik „keine große Rolle“ gespielt, ehe Fin Bartels im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt aufgrund einer Gelbsperre fehlte. „Für mich war das damals sehr überraschend, vor allem, weil ich nicht auf meiner Position, sondern links außen gespielt habe“, blickt Eggestein zurück. Mit den drei Möglichkeiten aus Klassenerhalt, Relegation und Abstieg ergab sich am damaligen Tag eine extreme Situation.  

Ähnlich wie heute, allerdings nicht gleich. Noch hat Werder zehn Finalspiele vor der Brust, ehe sich am Ende der Saison entscheidet, wo die Reise hingeht. Trotz der restlichen Partien hat Cheftrainer Florian Kohfeldt bereits die extreme Bedeutung der kommenden Wochen verdeutlicht:. „Vor uns liegen jetzt sehr entscheidende Wochen mit Spielen gegen Eintracht Frankfurt und Hertha, in denen wir punkten müssen, um realistische Chancen zu haben, in der Klasse zu bleiben“, stellte Kohfeldt nach der Dortmund-Niederlage klar (zur Extrameldung).

Maximilian Eggestein schaffte mit Werder 2016 den Klassenerhalt (Foto: nordphoto).

Dass das bei Eggestein zusätzlichen Druck auslöse, verneinte der ehemalige U-21-Nationalspieler: „Wenn einem diese Situation nicht bewusst ist, dann ist es eh schon zu spät. Wir wissen, dass wir punkten müssen.“ Dabei sei nicht nur die Art und Weise des Sieges egal, sondern auch die eigenen Interessen, die im wichtigen Drittel der Saison keine Rolle spielen dürfen. Viel wichtiger ist es laut Eggestein, die persönlichen Erfahrungen aus Krisensituationen einzubringen und sich nicht vom wachsenden Druck stören zu lassen. „Ich habe das nun schon häufiger mitgemacht. Der Druck ist da, man muss sich dieser Situation bewusst sein, darf sich davon aber nicht unterkriegen lassen. Sonst kann man nicht frei aufspielen“, so Eggestein

Gleichzeitig stellte er klar, wie Werder in den wichtigen Spielen gegen Frankfurt und Hertha punkten möchte. Die Mannschaft müsse sich auf das Offensivspiel konzentrieren und ihr Verhalten bei Standards verändern, die Werder in der Defensive oft vor Probleme gestellt haben. Auch Offensiv zeigten sich die Grün-Weißen bei Ecken und Standards in den vergangenen Wochen zu harmlos. Doch genau das kann eine entscheidende Waffe im Abstiegskampf sein. Das weiß Maximilian Eggestein spätestens seit dem 1:0-Siegtreffer von Papy Djilobodji gegen Eintracht Frankfurt - der nach einem Freistoß fiel. 

 

Das Neuste rund um die Bundesliga-Profis: